„Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen.“ | Joh 12,32
Es geht nach oben, es geht aufwärts.
Das ist toll. Die Karriereleiter aufsteigen. Nach oben auf das Siegerpodest geschickt werden. Der Superstar geht auf die Bühne. Wenn von Aufstieg gesprochen wird, dann oft davon, dass es mit unseren Möglichkeiten, unserem Status, unserem Ruhm bergauf geht.
Aber wie geschieht das? Oft, wenn ich mich anstrenge. Wenn ich Glück habe, zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein. Wenn ich die richtigen Leute kenne.
Christus, der mit den Armen isst, sich mit Ausgestossenen trifft, dem Verbrecher am Kreuz die Freiheit verkündet, redet hier von einer unvergänglichen Erhöhung nicht nur der Starken – sondern aller Menschen, die ihn in ihr Herz lassen, ihn erhöhen.
Wie fühlt sich das an?
Ein schönes Bild ist für mich der Sonnenstrahl von oben. Diese Kraft der Sonne mit ihrer Wärme bei einem Spaziergang am Seeufer. Es ist, als ob die inneren Batterien wieder mit Kraft gefüllt werden.
Der wärmende Sonnenstrahl, den wir im Glauben an Christus spüren, durchdringt auch dichte Wolken; er scheint mitten und gerade im Winter des Lebens. Und er erhöht uns, weil wir im Versagen die Kraft spüren, die uns aufstehen lässt. Am Boden sehen wir den Himmel, für den wir bestimmt sind, und in der Dunkelheit das Licht, das einst im vollen Glanz, aber schon jetzt spürbar scheint für diese unvollkommene Welt.
Seid behütet und gesegnet
Ihr Pfarrer Michael Röll