Wir suchen Sicherheit

Ich habe mal meine privaten Versicherungen gezählt: Hausrat, Privathaftpflicht, Auto, Gebäude, Krankenkasse, Rechtsschutz, Verkehrsassistance. Uff! Als Schweizer*innen gehören wir zu den weltweit am besten versicherten Menschen. Das heisst: Wir suchen Sicherheit. Wir suchen Schutz. Wir können zwar nicht jede Gefahr und jeden Schaden abwenden, aber immerhin die finanziellen Folgen abfedern. Gott sei Dank können wir das!

Aber wenn ich im Bett liege und für die mir liebsten Menschen bete – dass es ihnen gut geht, dass sie im tiefsten Herzen glücklich sind: Das kann ich mit keiner noch so hohen Prämie kaufen. Dass sie an Körper, Geist und Seele unversehrt bleiben, dafür gibt es keine Absicherung. Deshalb habe ich in der einen Hand meine Versicherungen, die einen gewissen finanziellen Schutz bieten. In der anderen Hand habe ich mein Gebet: «Gott, halte deine Hand schützend über ihnen.»

Eltern und Grosseltern wissen, dass ihre Kinder und Grosskinder allen möglichen Gefahren ausgesetzt sind. Dass man ihnen nicht alles aus dem Weg schaffen kann und soll. Und doch steckt diese Bitte um Gottes Schutz tief in uns drin. Diese Bitte tragen sogar Menschen in sich, die mit Gott, Kirche und Religion nicht viel am Hut haben. Denn intuitiv ahnen wir: Was ich nicht kontrollieren kann, was ich nicht im Griff haben kann – Gottes Möglichkeiten sind grösser.

Take good care!
Pfr. Harry Ratheiser