Tröstliche Bilder – Gedanken zum Ewigkeitssonntag

Stefans Grossvater war gestorben. Der Primarschüler nahm zum ersten Mal an einer Beerdigung teil, und er fand, dass der Pfarrer vieles im Lebenslauf nicht gesagt hatte. Zum Beispiel, dass der Grossvater nach Rasierwasser roch. Und dass er Geschichten erzählen konnte wie niemand sonst, dass er so laut alte Lieder singen konnte.

Stefan fragte sich: Hatte der Pfarrer nicht in der Predigt aus der Bibel vorgelesen, dass Gott lacht? Stefan stellte sich dann vor, wie der Grossvater jetzt bei Gott ist und wie er ihm die Geschichten erzählt. Und plötzlich sah er, wie Gott sich freut und lacht.

Darf man nur als Kind so von Gott denken? Darf man ihn sich so menschlich nicht vorstellen? Ja, warum eigentlich nicht? Ist es nicht wunderbar, wenn ein Mensch seine eigenen tröstenden Bilder gefunden hat?

So wie Stefan ganz unbekümmert von Gott und dem Himmel denkt, tut es die Bibel ja auch. Da heisst es in Offenbarung 21: »Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen…« – Ist das nicht ein wunderbares Bild: Gott wischt als liebevoller Vater, als liebevolle Mutter, seinem weinenden Kind die Tränen von den Wangen ab und tröstet es.

Stefan führt das Bild vom lachenden Gott und seine Erinnerungen an den Grossvater zusammen. Habe ich auch eine solche Unbekümmertheit? Wie wäre es, das  Bild vom tröstenden Gott, vom lachenden Gott und die Erinnerungen an die Angehörigen zusammenzuführen?

Pfr. Andreas Gäumann