Johannes der Täufer und Jesus 

… gehören eng zusammen.
Sie sind verwandt und doch sehr verschieden.

Johannes am Jordan.
Er ruft zur Umkehr.
Seine Botschaft ist ernst: Deine Lebensgestaltung ist nicht egal.
Entscheidungen haben Folgen.
Gott und seine Gebote sind ernst zu nehmen.

Dieser Ernst trifft einen wahren Punkt.
Denn auch heute wissen wir:
Unser Handeln prägt unser Leben.
Freundschaften können zerbrechen oder gedeihen.
Wege können sich verengen oder weiten.
Nicht als Strafe Gottes blicken wir manchmal auf Scheitern – sondern das ist die Realität des Lebens.

Doch der Ernst des Johannes kann kippen.
Dann wird aus Verantwortung Angst.
Aus Umkehr ein ständiges Sich-Messen.
Aus Gott ein Richter.

Und genau hier tritt Jesus ins Bild.

Auch er und seine Verkündigung kennen den Anspruch Gottes.
Aber er lebt ihn anders.
Er bleibt nicht in der Wüste,
sondern geht zu den Menschen.
Er sitzt am Tisch, feiert, trinkt Wein, teilt das Leben.

Johannes zeigt den Anspruch.
Jesus schenkt die Freiheit, ihm begegnen zu können.

Vielleicht hilft ein Bild:
Unser Leben ist wie eine Statue aus Marmor.
Wir gestalten sie mit unseren Entscheidungen.
Manches gelingt, anderes nicht.
Es gibt Kerben, schiefe Kanten, Fehlversuche.

Doch Gott sagt nicht: Mach es perfekt.
Sondern: Der Stein, aus dem du gemacht bist, ist gut.
Egal was du damit und daraus machst.

Und anders als bei echtem Marmor ist nichts endgültig misslungen.
Es gibt neue Schritte.
Neue Ansätze.

Das ist das Evangelium:
Nicht Pflicht aus Angst,
sondern Verantwortung aus Freiheit.

Du bist, wer du bist.
Und Gott geht den Weg mit dir.

Seid behütet und gesegnet
Euer Pfarrer Michael Röll

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