Mehr als ein Kampf

«Das Leben ist ein Kampf. Alle kämpfen ständig für oder gegen etwas. Die Zeitungen sind voll davon und der Alltag beweist es immer von neuem. Die einen wollen das, die andern jenes, und wenn sie lange genug streiten, wollen plötzlich die einen jenes und die andern das. Oft kämpfen sie auch um dasselbe. … Mit genügend Durchsetzungskraft und unter gelegentlichem Einsatz der Ellenbogen kommt man meistens auch irgendwie durch. Aber es ist anstrengend.

Auch ich kämpfe von früh bis spät, mit andern, mit der Welt – und mit mir selber. Viele dieser Kämpfe bringen wenig, einige sind sogar ausgesprochen schädlich. Gelassenheit tut not, ich weiss, und beginne prompt noch gegen meine Kämpfe zu kämpfen …»

Kampf mit mir selbst – ach, wie gut ich weiss, wovon Lorenz Marti in seinem Buch «Übrigens, das Leben ist schön» spricht (S. 114). Ich kämpfe mit gewissen Charakterzügen, die ich an mir nun wirklich nicht schätze. Ich kämpfe mit Verhaltensmuster, die ich irgendwie einfach nicht wegbringe. Ich kämpfe mit meiner Haut, aus der ich nicht rauskomme.

Schöner Frust! Vor allem wüsste ich gerne, wie man diese Kämpfe gewinnen kann.

Wobei – wenn ich es mir richtig überlege: Warum nörgle ich eigentlich ständig an mir rum? Einiges ist ja auch gar nicht so übel. Vielleicht beginnt die Entspannung damit, weniger zu kämpfen? Denn Marti hat auch damit recht: «Das Leben ein dauernder Kampf? Gewiss. Aber zum Glück auch etwas mehr. Viel mehr. Unendlich viel mehr.»

Take good care!
Pfr. Harry Ratheiser

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