Gehst du, dann gehe. Sitzt du, dann sitze. (Yunmen)

In unzähligen Varianten findet sich dieser Gedanke aus dem Zen im Internet, ausgesponnen zu kurzen Geschichten, interpretiert unter der Überschrift «Achtsamkeit», zitiert in Führungsseminaren oder in Programmen der katholischen Erwachsenenbildung. So zu leben, soll helfen, gelassener zu werden, heisst es da häufig.

Ein populärer Ratschlag offenbar. Multitasking hat sich anscheinend doch nicht bewährt.  Aber entsprechend zu leben, ist gar nicht so einfach. Viele Möglichkeiten zur Ablenkung gibt es  ja nach wie vor. Und ausserdem möchte ich gerne auf alles vorbereitet sein. Ich will vorausdenken und vorsorgen, möglichst immer schon einen Schritt weiter sein.

Vielleicht ist es umgekehrt, kommt mir in den Sinn. Vielleicht muss ich erst gelassener sein, um so leben zu können.

Ich jedenfalls brauche als Basis jeden Tag eine Portion Gottvertrauen. Vertrauen darauf, dass Gott  mich auch an diesen Tag segnen will. So gestärkt kann ich  versuchen, mich zu beschränken, weil mir das gut tut – und der Sache, um die es geht, meistens  auch. Ich kann üben, mich auf das zu konzentrieren, was jetzt dran ist – und den Rest Gott überlassen

Pfrn. Sabine Gäumann