„Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.“ | Lk 9,62
Nun ja, wer legt eigentlich heute noch die Hand an den Pflug? Wahrscheinlich fast niemand mehr.
Landwirte nutzen GPS, die Maschine zieht, und die Hand liegt wohl eher auf dem Lenkrad.
Näher kommen wir dieser genialen Metapher aus dem Alltag der damaligen Menschen, wenn wir die „Hand am Pflug“ generell als Anpacken in einer Welt voller Herausforderungen verstehen.
Diesen Herausforderungen gibt Jesus noch einmal einen ganz neuen Rahmen: Gott wirkt, Grosses geschieht, Kranke erfahren Trost und die bessere Welt bricht an.
Als es noch kein GPS gab, wusste jeder: Wer zu oft über die Schulter schaut und sich umdreht, der zieht eine krumme Furche. Der Blick nach vorne ist es, der zählt. Auch heute kann uns dieses Bild helfen, uns nicht in einer „Früher war alles besser“-Haltung zu verlieren, sondern nach vorne zu schauen.
Dann wird aus einem „Früher war alles besser“ ein „Heute wird es besser“ – weil ich mit anpacke und Gott bei mir ist.
Damals wie heute werden wir gerufen zum Optimismus: Dass auch unsere Gegenwart Spuren enthält – Spuren vom Reich Gottes und dass wir selbst mit unserem Handeln und unserer Einstellung Spuren legen, die andere sehen und spüren können.
Spuren, die zeigen, was anbricht – nicht nur gestern, sondern heute und morgen.
Seid behütet und gesegnet
Euer Pfarrer Michael Röll