Weil das Ende nicht das Ende ist
Karfreitag ist einfacher. Da geht es um Leid, Elend, Tod. Das kennen wir. Ostern hingegen widerspricht der Logik und unserem Wissen. Entsprechend werden dem jungen Theologiestudenten einige Osterinterpretationen vorgelegt: Jesus sei psychologisch, d.h. in Herz und Seele seiner Anhänger auferstanden. Oder die ganze Sache sei literarisch, allenfalls symbolisch zu deuten. Abenteuerlicher die «swoon theory»: Jesus war nur scheintot.
Das tönt alles etwas hilflos. Geht’s nicht einfacher?
Ostern behauptet, dass mit dem Tod nicht alles gesagt ist. Ostern widerspricht der Angst, dass das Elend keinen Ausweg kennt, dass die Hoffnungslosigkeit das letzte Wort hat. Gerade deshalb: Gott sei Dank geht die Geschichte nach Karfreitag weiter. Das scheinbare Ende ist nicht das Ende.
Vielleicht hat Wolf Biermann, der deutsche Liedermacher und Atheist, deshalb gesagt: «Wer die Auferstehung preisgibt, der ist von Gott und allen guten Geistern verlassen.»
Take good care!
Pfr. Harry Ratheiser