Rubrik: Wissenswertes vom Grünen Güggel
«Pfui, das riecht schlecht!» Wer hat dies beim Abreissen des Ruprechtskrautes nicht schon spontan ausgerufen. Kein Wunder, heisst das Kräutchen mit den filigranen, gelappten Blättern, den pinkfarbenen feinen Blüten und den schnabelförmigen Früchten auch «Stinkender Storchschnabel». Ein Unkraut? «Es gibt keine Unkräuter, es gibt nur einheimische Wildkräuter, die aus menschlicher Sicht am falschen Ort wachsen», so die Fachleute.
Jedes spontane Wildkraut «weiss», warum es genau an seinem Platz wächst. Sei es die Zusammensetzung des Bodens, seine Verdichtung, die Sonnen- oder Schattenlage, das Lokalklima – alles stimmt mit seinen Bedürfnissen überein. Wie viele der sogenannten «Unkräuter» sind essbar als gesunde Vitamin- und Mineralstofflieferanten oder wegen ihren besonderen Wirkstoffen gar Heilkräuter!
Das Ruprechtskraut etwa zeigt seine Kräfte beim Heilen von Hautrötungen und Entzündungen und ist deshalb dem heiligen Ruprecht zugesprochen. Solches Wissen ging in der modernen Zeit oft verloren.
Viele unserer einheimischen Wildpflanzen blühen in der ersten Jahreshälfte, um danach genügend Zeit zur Samenbildung und Vermehrung zu haben. Das heisst für Naturgärten: im Sommer ist oft Dürrezeit. Wenige bunte Blüten, braune Stängel, braune Samenstände. Dies gilt es auszuhalten, auch im kleinen Bienengarten vor dem Sekretariat. So arbeitet die Natur. Bald keimen die Samen aus und grüne Blattrosetten warten darauf, im nächsten Frühling wieder auszutreiben. Das Blühen beginnt von vorne.
Der kleine Kräutergarten, den unser Mesmer Szabi Horváth aufbaut, darf ebenfalls wachsen und gedeihen. Feine Kräuter für Tee, Suppen und Apéro-Brötchen können dann im Kirchgemeinde-Garten gewonnen werden, ganz nach der Devise: Nahrungsmittel aus der Nähe sind in jedem Fall umweltfreundlicher als importierte.
Ercia Willi, Mitglied der Umweltkommission


