Wissenswertes zum Grünen Güggel

Genussvoll und nachhaltig essen

Der Begriff «nachhaltig» stammt aus der Forstwirtschaft und bedeutet, dass dem Wald jährlich nur so viel Holz entnommen werden darf, wie wieder nachwächst.
Leben wir nachhaltig? Das heisst: Verbrauchen wir nur so viel Ressourcen, dass die nächsten Generationen noch ebenso viel zur Verfügung haben? Einzelne Menschen vielleicht ja. Doch im Ganzen gesehen, leider nein. Auf Ende Juli wurde der «Earth Overshoot Day», der «Erdüberlastungstag» 2026 berechnet. Das ist der Tag, an dem die nach wachsenden Rohstoffe, die fürs ganze Jahr zur Verfügung stehen würden, aufgebraucht
sind. Weltweit wird fast doppelt so viel verbraucht, wie nachhaltig zur Verfügung steht. In der Schweiz fand dieser Tag schon am 11. Mai statt! Wir Schweizerinnen und Schweizer verbrauchen also fast drei Mal so viel, wie uns gerechterweise zustehen würde! Der Grüne Güggel kräht: Könnt ihr daran etwas verbessern? Denn jedes Brösmeli zählt!
So traf sich am 12. August eine Arbeitsgruppe der Kommissionsmitglieder mit den beiden Einkäuferinnen und weiteren Teammitgliedern, die für Apéros, Mittagstisch und Kirchenkaffee verantwortlich sind. Schnell wurde festgestellt, dass wir recht gut unterwegs sind. Wichtige Kriterien wie: Einkaufen bei hiesigen Bauern, faire Produktionsbedingungen, möglichst viele BIO-Knospenprodukte, auch mal fleischlose Gerichte und sorgfältiger Umgang mit Mengen und Resten, dürften noch ausgeweitet werden. Gut zu wissen ist, dass eine Kalorie Fleisch vom Rind 10 Getreidekalorien verbraucht, 1 Kalorie vom Schwein 3 Getreidekalorien und
1 Kalorie Hühnerfleisch gar 11 Futterkalorien verschlingt.

Mit geschickter Kombination können die hochwertigen, vom Menschen leicht verwertbaren Fleisch-Eiweisse ersetzt werden. Zum Beispiel, wenn Getreide mit Milchprodukten, Kartoffeln mit Eiern oder Hülsenfrüchte zusammen mit Mais gegessen werden. Es ist so, dass biologisch produzierte Produkte teurer sind als konventionelle. Das ist nachvollziehbar, da mehr Handarbeit notwendig ist. Dass die Umwelt und wir selbst
dabei mit weniger Giftstoffen belastet werden, schlägt sich leider nicht im Preis nieder.
Danke der Kirchenvorsteherschaft, die zum Nutzen eines nachhaltigen Lebensmitteleinkaufs das Budget dafür um 20 Prozent aufgestockt hat!
Freuen wir uns weiterhin auf feine und nach haltige Häppchen und Gerichte aus der Kirchenküche, auch wenn nicht immer Fleisch dabei ist.


Erica Willi, Mitglied der Umweltkommission

Foto: Randy Fath, Unsplash

Foto: Randy Fath, Unsplash

Zurück