Unheilverhinderer?
Die vielleicht älteste Frage der Welt ist vermutlich die sogenannte Theodizee-Frage: Wie kann ein gerechter, liebevoller Gott (unschuldiges) Leid zulassen?
Hinter dieser Frage steckt ein etwas schräges Gottesbild: Gott als Unheilverhinderer. Gott ist dazu da, mich und meine Lieben vor Unglück zu beschützen. Dieser Schutz wird manchmal zur wichtigsten oder sogar einzigen Daseinsberechtigung Gottes: Gott soll mir Schutz gewähren, als Gegenleistung glaube ich an ihn.
Das tönt schräg. Gott wird ein Mittel zum Zweck, ein Schönwettergott, der geduldet ist, solange alles gut läuft, ein Lückenbüsser, der leisten soll, wozu ich selbst nicht in der Lage sind.
Ich sehe Gott nicht so sehr als Verhinderer aller Schwierigkeiten, sehr wohl hingegen als liebevoller und fürsorglicher Begleiter in schwierigen Zeiten. Nicht ein Schönwettergott. Ein Allwettergott.
Take good care!
Pfr. Harry Ratheiser