Bericht zu «mann trifft sich» mit Reto Scherrer

Familienvater – WyPur – Moderator – Mitmenschenmensch  

Reto Scherrer – ein Vorbild für Viele 

Man muss ihn einfach mögen. Stolz auf seine Herkunft repräsentiert und pflegt er den «Mostindien-Dialekt» als Qualitätsmerkmal und kennt gewiss alle Strophen des Thurgauerliedes. Seine Frohnatur, sein Wortwitz und sein Feingefühl im Umgang mit älteren Mitmenschen zeichnen ihn besonders aus. Am Männerabend «mann trifft sich» verstanden es Harry Ratheiser und Guido Dalle Vedove, mit präzisen Fragen viel Privates aus dem Leben des Weinfelder Radio- und Fernsehmannes zu erfahren.

Schon früh fühlte sich Reto Scherrer den Medien zugetan, betrieb eine eigene Radiostation und nützte die von seinen Eltern «zwangsverordnete» KV-Lehre im «Thurgauerhof», um seine wohl angeborene Spontaneität und Liebe zu den Menschen als Receptionist auszuleben. Als Familienmensch und Vater weiss er um das Mass an Zuneigung gegen über seinen Kindern Bescheid und will ihnen an jedem arbeitsfreien Montag gerecht werden.  

Seine Jugendzeit im Gastronomie- und Bauernbetrieb mit eigenem Rebberg war geprägt von Eltern, die ganztags beschäftigt waren. In dieser Umgebung lernte der junge Reto früh, sich selbst zu beschäftigen und Entscheidungen zu treffen. Die jugendliche Mitarbeit im elterlichen Restaurant und der Kontakt zu meist älteren Gästen und ihren Lebensgeschichten förderten das Interesse an seinen Mitmenschen. Schon als Viertklässler interessierte er sich fürs Radio und erhielt bei Roger Schawinskis Radio 24 Einblick ins Tagesgeschäft. Dank glücklicher Fügung absolvierte er zusammen mit Mona Vetsch ein Praktikum bei Radio Thurgau, wo er schrittweise mit grösseren Aufgaben betraut wurde. Auszeichnungen wie der Ostschweizer Medienpreis bestätigten sein Talent. Scherrer kündigte 2019 seine Verträge bei SRF und wechselte zu Blick TV.

Ein Jahr danach übernahm er in der 9. Generation den familieneigenen Rebberg, dessen Weine mit Unterschrift und Fingerabdruck verkauft und persönlich ausgeliefert werden. Die spontane Einladung von Guido dalle Vedove zur Besteigung unseres Kirchturms erinnerte an Scherrers Höhenangst, die inzwischen jedoch überwunden sein soll. Zum Schluss verriet der Gast rührende Einzelheiten zu den während zehn Jahren geführten Live-Telefongesprächen mit einer älteren Dame, der er jedoch verheimlichte, dass sie jeden Tag in seiner Radiosendung zu hören war. Ein eindrücklicher Beweis für Scherrers gelebte Mitmenschlichkeit.  

Text: Hans Joerg Graf

Bild: Guido Dalle Vedove, Reto Scherrer und Harry Ratheiser

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