Wissenswertes vom Grünen Güggel
Weisst du, wo die Bienen sind – wo sind sie geblieben …?
Beim Aufgang zum Sekretariat der evangelischen Kirche an der Römerstrasse ist es ruhig geworden. Noch vor wenigen Wochen brummte und summte es dort lebhaft. Das Bienen-Holzgestell an der Hauswand wirkt nun leer und leblos. Schlafen die Wildbienen?
Honigbienen überwintern als Staat („der Bien“) im Stock und leben von ihren Honigvorräten. Dass der Mensch ihnen diese Kostbarkeit meist entzieht und durch Zuckerwasser ersetzt, sei nur nebenbei erwähnt.
Wildbienen (ausgenommen Hummeln) brauchen keine Vorräte. Ihr Leben als erwachsene Insekten dauert nur wenige Wochen. In dieser Zeit sorgen die Weibchen für Nachwuchs. Dafür benötigen sie Hohlräume, wie die Schilfröhrchen im Gestell. Passt der Durchmesser, bringt die Mauerbiene Blütenstaub von bis zu 300 Blüten ein, legt ein Ei darauf und verschliesst die Zelle mit Mörtel; fünf- bis sechsmal hintereinander. Aus den Eiern schlüpfen Larven, die vom Vorrat zehren, wachsen, sich häuten und sich in einen Kokon einspinnen. Nach der winterlichen Ruhezeit verwandeln sie sich in erwachsene Insekten. Dann ist die frisch geschlüpfte Mauerbiene bereit für ihren Flug in die Frühlingssonne mit blühenden Obstbäumen.
Erica Willi, Mitglied der Umweltkommission

Nestverschluss einer Mauerbiene an einem Schilfrohr
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