Guten Morgen neues Jahr
oder vielleicht auch Guten Abend altes Jahr.
Diese Tage zwischen den Jahren haben etwas Besonderes. Man blickt zurück und zugleich nach vorn, denkt eventuell über Neuanfänge nach und über all die guten Vorsätze, die zu erreichen jetzt so verlockend wirkt. Mehr Zeit für das Wesentliche. Mehr Ruhe. Mehr Sport, weniger Medien sind die Klassiker. Und oft schleicht sich dabei die leise Frage ein, ob wir das alles wirklich schaffen, ob dieses neue Jahr tatsächlich anders werden kann als das vergangene.
Fast wie ein Kontrast zu diesen Gedanken klingt ein Satz aus dem zweiten Korintherbrief (5,17): „Daher, wenn jemand in Christus ist, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“ Paulus setzt den Neuanfang nicht bei unserem Wollen oder Leisten an. Er bindet ihn nicht an Vorsätze oder Disziplin, sondern an eine Zusage Gottes, die für uns schon lange vor 2026 galt. Neuanfang ist hier kein Projekt der Selbstverbesserung, sondern ein Geschenk, das mit dem Glauben beginnt.
So gehen wir in dieses neue Jahr. Mit dem erleichternden Gefühl, dass manches wirklich klappt, vieles auch gut wird, aber das entscheidend Neue ist schon geworden. Das Neue, das aus dem Ja Gottes zu uns in Christus kommt, und manches andere kommt Schritt für Schritt.
Seid behütet und gesegnet
Euer Pfarrer Michael Röll